Berner Altstadtfestival, 31.8 / 1.9.2002

Rückblick aus der Sicht der Gesellschaft zu Zimmerleuten
Auch dieses Mal hat unserer Gesellschaft unter tatkräftiger Mithilfe von echten, gelernten Zimmermannen der Firmen Herzog und Wirz vor ihrem Zunfthaus an der Kramgasse 2 einen "hölzigen" Stand betrieben.

Als Blickfang im Zentrum des Festes diente wiederum der überdimensionale Zimmermannsknoten, der mittlerweile in den Farben rot und gelb leuchtet.
Ein Arbeitsplatz an welchem vor Ort etwas kleinere Knoten hergestellt wurden, fand laufend reges Interesse.

Erstmals haben wir mit Erfolg auch ganz kleine Zimmermannsknoten verkauft.

Bekanntlich lassen sich diese in 6 Teile zerlegen und ergeben für das wieder Zusammensetzen ein kniffliges Geduldspiel.

Das Standpersonal, nebst unseren 4 Zimmermannen aus 3 Zunftangehörigen bestehend, musste laufend vordemonstrieren, wie's gemacht wird.

Auf Wunsch gab es sicherheitshalber auch eine schriftliche Bedienungsanleitung dazu. Wer wollte, konnte seinen Namen eingravieren lassen, was mit einer Spezialfräse direkt am Stand gemacht wurde.

Der Erlös aus dem Verkauf, Fr. 800.-, ging an das Burgerspital Bern.

Das Geld wird eingesetzt, um den zahlreichen nicht auf Rosen gebetteten Pensionärinnen und Pensionären im Burgerheim kleine Wünsche zu erfüllen, die sonst unerfüllbar bleiben.

Grosser Beliebtheit erfreute sich unser Nagelwettbewerb.
Hier musste ein Nagel mit möglichst wenig Schlägen in einen Holzbalken getrieben werden. Während es die Männer meist mit Kraft und Gewalt versuchten, zeichneten sich die Frauen im allgemeinen durch wesentlich mehr Treffsicherheit aus.

Selbstverständlich durften auch die Kinder kräftig mitnageln und hatten ihren Spass.

Wer es mit zwei Schlägen schaffte, konnte sich Hoffnung auf einen Preis, Gutscheine für Käseplatten von Heinz Megert, "zum Chäsbueb", machen.
3 Personen hatten jedoch den Nagel mit 1 Schlag eingeschlagen und räumten so die ersten Preise ab.
Die folgenden Preise wurden dann durch unseren Stubenschreiber, Notar Heinz Frey ausgelost und den Gewinnern übergeben.

Zwischendurch wurde der Tradition gemäss unüberhörbar in den Gassen auch das "Fyrabe doppeln" zelebriert.
(4 Zimmerleute schlagen im Rhythmus mit Äxten auf einen Holzbalken).
Sofort fanden sich jeweils viele Schaulustig ein.

Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt.
Am späteren Samstagnachmittag kam ein Gewitter auf, und wir mussten in die Lauben flüchten.
Glücklicherweise war das Gewitter nur von kurzer Dauer, und wir konnten bald wieder auf die Gasse und unseren Stand bis um ca. 19.00 weiterführen.
Am Sonntagvormittag hat es dann allerdings ständig leicht geregnet, was unsere Zimmermannen nicht erschütterte. Sie fackelten nicht lange, sondern bauten mit Blache und Dachlatten ein Dach, natürlich ein richtiges, das heisst so breit wie unser Haus und bis in die Mitte der Gasse.

Allgemein war das Fest aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Andrang und Interesse an unserem Stand waren gross.
Über Informationstafeln konnten wir uns auch einmal einem weiteren Publikum vorstellen und bei Bedarf unsere Informationsbroschüre abgeben.
Mit einem gewissen Stolz verwiesen wir jeweils auch auf unsere Homepage www.zimmerleuten-bern.ch, waren wir doch die erste Zunft der Burgergemeinde Bern im Internet.

Mithilfe und Bereitschaft durch unsere Zunftangehörige waren erfreulich rege.
Aufgrund des Aufrufs am grossen Bott wurden mit 33 Personen (inkl. Vorgesetztenbott) meine Erwartungen weit übertroffen, kaum jemand hat abgesagt, einige reisten sogar aus anderen Kantonen an, um eine Stunde am Fest zu helfen und zeigten so ihre Verbundenheit zu Bern.

Bern im September 02

Daniel Brändle